Meine Rechte?

Als Kinder und Jugendliche habt ihr besondere Rechte, damit es euch in unserem Land gut geht – sei es in der Familie, beim Jugendamt oder in Jugendhilfeeinrichtungen.

Diese Rechte sind in den UN-Kinderrechten verankert:

§ Recht auf Schutz:

Niemand darf euch beleidigen, innerlich und äußerlich wehtun, verletzen oder sich einfach nicht um euch kümmern.

Wenn ihr Hilfe braucht, könnt ihr hier anrufen. Dafür braucht ihr auch niemanden zu fragen:

Notruf Polizei: 110

§ Recht auf Förderung

Ihr dürft lernen und euch über alles informieren, was euch interessiert und vom Gesetz erlaubt ist. Bildung ist für euer ganzes Leben wichtig, auch über die Schule hinaus: Lesen und Schreiben sind wichtig, um Informationen zu verstehen und eigene Ideen mitzuteilen. Rechnen ist wichtig, um mit dem eigenen Taschengeld umgehen zu können. 

Entdeckt, was ihr sonst noch könnt – deshalb habt ihr das Recht auf geeignete sozialpädagogisch begleitete Ausbildungs- und Beschäftigungsmaßnahmen (§ 13 SGB VIII)

§ Recht auf Beteiligung:

Ihr sollt um eure Meinung gefragt werden und dürft eure eigenen Ideen einbringen, wenn es um eure Wünsche und Pläne für die Zukunft geht (§ 8 SGB VIII). Bei Problemen in der Familie bedeutet das:

  • Es ist die Aufgabe der Eltern, die Kinder und Jugendlichen auf ein Leben in eigener Verantwortung vorzubereiten und zu begleiten. Wenn das nicht möglich ist, kann Hilfe beim Jugendamt beantragt werden. In der Regel machen das die Eltern. In besonderen Notsituationen auch die Kinder und Jugendlichen alleine(§ 8 SGB VIII).
  • Wenn eine Familie Unterstützung braucht, um ihre Konflikte zwischen Eltern und Kindern zu lösen, sollte sienach § 27 SGB VIII Hilfe zur Erziehung beantragen. Dann wird in einem (mit euch!) gemeinsamen Gespräch mit den Fachleuten vom Jugendamt ein Hilfeplan erarbeitet. In dem sogenannten Hilfeplangespräch wird gemeinsam überlegt und geplant, welche Art von Hilfe in der Situation am besten passt. Es werden Ziele vereinbart, was mit der Hilfe verändert und verbessert werden soll. Dieser ganze Prozess nennt sich Hilfeplanverfahren. 
  • Im Hilfeplanverfahren dürfen Familien unter den verschiedenen Angeboten und Vorschlägen des Jugendamts auswählen
    (Wunsch- und Wahlrecht nach §5 SGB VIII).
    In der Regel sind das die Eltern. Wenn ihr massive Probleme mit euren Eltern habt, solltet ihr euch auf § 8 SGB VIII berufen. 
  • Ihr dürft euch beim Hilfeplangesprächvon einer Person eures Vertrauens begleiten lassen (§ 13 SGB X). 

Um diese Rechte wirklich zu bekommen, könnt ihr euch unterstützen lassen

Unsere Beraterinnen und Berater sind dafür eine gute Adresse. Sie haben sich darauf spezialisiert, Kinder, Jugendliche, Eltern, Sorgeberechtigte und in der Jugendhilfe Tätige bei Fragen zu Verfahren oder Konflikten in der Jugendhilfe zu informieren, zu beraten und zu begleiten.

    Sie beantworten Fragen wie:

    • Wer hört mir zu?
    • Wer kann mir helfen?
    • Wer ist für mich zuständig?
    • Wer geht mit mir zum Jugendamt?
    • Woher weiß ich, was wirklich mein Recht ist?
    • Wie komme ich zu meinem Recht?
    • Wann soll ich Widerspruch einreichen?
    • Wann brauche ich einen Anwalt oder eine Anwältin?